Echoes 2.0
Echoes 2.0 ist eine interaktive Projektion, die die Fassade selbst zum Spiegel der Betrachtenden macht. Eine Kamera erfasst die Bewegungen der Personen und übersetzt sie in ein live generiertes, visuell verfremdetes Bild. So wurden die Besucher:innen selbst zum Teil der Installation.
Seit 2023 gestaltet die Hochschule Mainz (Studiengang Zeitbasierte Medien) die Projektionsinhalte für Mainz leuchtet. Die künstlerische und organisatorische Leitung liegt bei den Professoren Tjark Ihmels, Daniel Seideneder, Pascal Kulcsár, Benjamin Hohnheiser und Olaf Hirschberg.
Echoes 2.0 ist ein sinnliches Erleben von Zeit und Vergänglichkeit. Auf den ersten Blick bleibt unklar, was genau dargestellt wird: abstrakte Formen, Lichtfragmente, flüchtige Silhouetten. Erst durch aktives Erkunden – durch Bewegung, Stillstand oder bewusste Gesten – beginnt sich das Bild zu entschlüsseln. Die Interagierenden erkennen allmählich, dass sie selbst Teil der Projektion sind und sich über ihre individuellen Bewegungsmuster in den Fragmenten wiederfinden können. Dieses Moment der Erkenntnis erzeugt spielerische Neugier und lädt dazu ein, mit der Installation in einen dialogischen Prozess zu treten.
Im Kern thematisiert Echoes 2.0 Fragen der Selbstreflexion und Selbstfindung in einer fragmentierten Wahrnehmungswelt. Die eigene Präsenz ist stets sichtbar, aber nie vollständig greifbar – sie zerfällt, verschiebt sich und entzieht sich immer wieder dem direkten Zugriff. Die „Kunst des Sich-Findens“ wird dabei zu einer aktiven Handlung.
Ein immersives Soundbett begleitet die visuellen Transformationen und ist mit der Bewegung der Bildkacheln abgestimmt. Klang und Bild verstärken sich gegenseitig und erzeugen eine dichte, atmosphärische Wirkung, die nicht nur Interagierende, sondern auch vorbeigehende Zuschauer:innen in ihren Bann zieht. Echoes 2.0 versteht sich damit als Erlebnis zwischen Spiel, Spiegelung und poetischer Selbstbegegnung.

Wir waren mit Echoes 2.0 im April 2026 auf dem 55. Sehsüchte-Festival in Potsdam!